Nina M. Korn - Erzählerin

Die meisten Ereignisse meiner Kindheit - an die ich mich wirklich gut erinnere - sind durch die Nachkriegszeit geprägt. 
In fast jeder Beziehung herrschte Mangel:Brot, Kartoffeln oder gar Zucker waren Kostbarkeiten; 

 

in Dämmer- oder Abendstunden ein Buch zu lesen, hieß, einer Ruß und Gestank verströmenden Petroleumlampe ausgeliefert zu sein; an eisigen Wintertagen in dünnen Schuhen und schrecklich kratzenden, langen Strümpfen weite Fußmärsche durch die Ruinen meiner Heimatstadt Dresden machen zu müssen, weil Stromsperren die Straßenbahnen am Fahren hinderten, all’ das war damals völlig “normal”.

 

Man könnte denken, dass so entbehrungsreiche Jahre nicht zu den besten im eigenen Lebenslauf rechnen. Doch eben diese Jahre - von 1945 bis weit in “die Fünfziger” hinein bezeichne ich als die wunderbarsten meines Lebens, denn ich bekam mit dem Beginn des Friedens meine Eltern zurück!

 

Ich wuchs in den ersten drei Lebensjahren bei Pflege-eltern und Familienangehörigen auf, ohne zu erfahren, wo meine Eltern waren. Dann - mit der Befreiung vom Faschismus - öffneten sich für sie wie für viele andere Antifaschisten die Türen der Nazi-Kerker. Damit begann unser gemeinsames Leben! Kälte und Dunkelheit konnten mir wenig anhaben, denn meine Eltern beschenkten mich mit dem Reichtum ihrer Liebe und Wärme und lehrten mich, die Schätze ihrer Phantasie in Besitz zu nehmen.Mit dem Ende meiner Schulzeit (Abitur- 1957) - hieß es, von der Kindheit endgültig Abschied zu nehmen.





Reise-Interview-mit Nina Madlen Korn Teil 1
PROVINZIAL_FREAKY_FRIENDS_07_1_Maerchen.[...]
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Interview mit Nina Madlen Korn - Teil 2
PROVINZIAL_FREAKY_FRIENDS_08_2_Maerchen.[...]
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