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Dieses Märchen wurde von Nina M. Korn in einem
Wortschatzprojekt für eine 4. Klasse
- f r e i - nacherzählt und im
Wortlaut aufgeschrieben. Eine Veröffentlichung in Print-
oder Online-Medien ist nicht gestattet.
Die Rechte der Veröffentlichung liegen bei Nina M. Korn.
Den Originaltext finden SIE in der Märchen- Sammlung
der Brüder Grimm.
Die mit * versehenen Worte sind Teil des Projekts (siehe Anhang!)
Es war einmal ein König. Nun – der König war schon
alt, war sehr erschöpft* und müde vom vielen Regieren. Er fühlte die
Last auf den Schultern, die ihm der schwere königliche Purpurmantel* bereitete,
er spürte das Gewicht der goldenen Krone auf seiner Stirn – und das störte ihn
beim Denken. Denn er dachte immer öfter über sein Leben nach und überlegte zum Beispiel: Warum ist es
eigentlich so, dass der neue König erst nach dem Tode des alten bestimmt
wird? Wenn ich jetzt schon meinen Nachfolger* bestimme, habe ich viel
mehr freie Zeit und muss nicht Tag und Nacht regieren! Jawohl! Ich werde schon
bald einen meiner Söhne auf den Thron setzen!
Der König, müsst ihr wissen, hatte nämlich 3 Söhne. Die beiden Älteren waren große stattliche* Kerle. Breitschultrig und schlau waren sie, und sie hielten sich für die gescheitesten* Leute der Welt. Der jüngste Bruder aber, der dritte, hieß nur: „der Kleine“. Naja, er war ein wenig ängstlich und ein bisschen tollpatschig*. Schon als sie Kinder waren, hatten die großen Brüder oft über ihn gelacht, ihn verspottet und ihm den Namen „Dummbartel“* gegeben. Eines Tages sagte der König: “ Meine Söhne, kommt morgen früh in den Schlosshof – und zieht euch warm an, denn ich werde euch in die Welt schicken!“. Die beiden älteren Brüder kamen gestiefelt und gespornt und hoch zu Ross.* Der Jüngste aber kam auf Schusters Rappen*. Er nahm drei schöne Federn und blies sie in die Luft... „Ach je!“ sagte er, setzte sich hin und schaute sich betrübt* um und fragte: „Wo soll ich denn hier einen Teppich erwerben?“ Er hob seine Feder auf, um zurück ins Schloss zu gehen. Doch da - als er sich bückte - entdeckte er etwas unter den Grashalmen. Dort befand sich eine Falltür* mit einem eisernen Türgriff! Er zog daran und sah, dass da viele Stufen hinab ins Erdreich führten. Erst zauderte* er ein wenig, doch schließlich stieg er die Stufen hinunter. Ganz langsam, denn hier unter der Erde war es dämmrig* und es gab viele, viele Treppenstufen... Endlich war er unten und stand diesmal - vor einer richtigen Tür. Er klopfte höflich an, wartete und hörte von drinnen eine seltsame* Stimme, die auch etwa Seltsames rief: "Jungfern, grün und klein,
Hutzelbein! Hutzelbeins
Hündchen!
Hutzelt hin und her ! Lasst geschwind * sehen, wer draußen wär" Dem kleinen Prinzen war etwas bange*, aber da sprang die Tür schon auf. Er betrat einen riesengroßen, steinernen Saal und wagte kaum einen Schritt zu tun, denn vor ihm auf den Steinen saßen und hüpften viele, viele kleine hellgrüne und dunkelgrüne Frösche. Aber in der Mitte des Raumes saß auf einem großen Stein eine dicke Kröte. Die sah ihn aus ihren runden, goldenen Augen an und sprach: „Jungfern grün und klein! Hutzelbein, Hutzelbeins Hündchen, hutzelt hin und her! Bringt mir die schöne Schachtel her!“
Gleich hüpften
viele Fröschlein davon und kamen rasch* wieder. Auf ihren Rücken trugen sie eine große,
runde Schachtel! Der Jüngling durfte sie öffnen und staunte: Da kam ja wahrhaftig ein Teppich zum Vorschein!* „So kehre heim, Königssohn! Aber verrate keinem, wo und von wem du den Teppich bekommen hast!“ Der stieg die Stufen voller Freude empor und trug den Teppich in das väterliche Schloss. Seine beiden Brüder waren schon lange zurück. Der Jüngste wollte es kaum glauben, als man ihm sagte, dass er sieben Monate fortgewesen sei! Aber als man ihn fragte, wo er denn gewesen wäre, verriet er sein Geheimnis nicht. Dem König gefiel der Teppich seines jüngsten Sohnes am besten. Denn die beiden älteren Brüder hatten sich gar keine Mühe gegeben. Dort,wo ihre Federn niedergefallen waren, hatten sie ihr ganzes Geld für gutes Essen und schöne neue Sachen verprasst*. „ Unser Dummbart..“ dachten sie... “Der findet sowieso keinen Teppich!“ Da machten sie aber nun sehr dumme Gesichter, denn der König sagte: „Dies ist der schönste Teppich, den ich jemals sah! Euer jüngster Bruder wird also König!“ Die Brüder machten ein großes Geschrei:„ Nein!! Das geht nicht! Vater nein! Du kannst doch nicht dem Dummbart die Krone geben!“ Der alte König gab nach Er wollte eine zweite Aufgabe stellen. Wieder stand er am Fenster und blies die drei Federn in die Luft und verlangte, dass jeder – als Geschenk für den Vater – einen kostbaren Ring suchen und mit heimbringen solle. Wieder ritten die beiden Älteren ritten auf ihren Pferden davon. Der Jüngste aber fand seine Feder wieder auf der Wiese.
„Nun, lieber Prinz, du bist ja schon wieder
zurück -- ?
„Ach, der Vater hat uns aufgetragen, einen kostbaren Ring heimzubringen. Ich weiß nur nicht, ob ich den hier finden kann?“ Jüngste dem Vater sein Juwel* überreichte. „Ja! Nun, das sieht doch wohl jeder..“ freute sich der König. „ Euer Bruder wird König!“ Da fingen die beiden Älteren einen solchen Lärm an, schrieen und stritten Eilig ritten die zwei älteren Brüder den Federn hinterher. Nur der Jüngste hatte einen kurzen Weg. Die Feder landete auch zum dritten Male auf der Wiese. Diesmal lief der Prinz schnell die Treppen hinunter. Er wollte sich mit der Kröte beraten, wo er denn hier eine schöne Braut finden könnte. Die Tür ging auf iund schon stand er vor der Hausherrin und verbeugte sich. Sie quakte ganz freund lich: Also, kleiner Prinz, da bist du ja schon wieder! Und diesmal hat der Vater euch Brüdern aufgetragen, eine Braut zu suchen, stimmt’ s?“ Der Königsohn rieb sich nachdenklich die Stirn und dachte: ´soll ich etwa meine Braut in dieser Schachtel suchen??` Quaaquaak – lachte die Kröte als hätte sie seine Gedanken erraten. „ Nicht suchen sollst du sie! Sondern hineinsetzen in die Schachtel!!“ Tja, was sollte der Königsohn nun tun? Ein grünes Fröschlein als Braut heim-führen? Aber - - hatte ihm die Kröte denn nicht schon zweimal auf wundersame Weise geholfen - ?? Er bemerkte plötzlich, dass sich viele kleine und große Fröschlein zu seinen Füßen zusammendrängten und eifrig auf – und ab sprangen. Einige hüpften so hoch hinauf, dass sie seine Hände berührten. Da lachte der kleine Prinz, kehrte seine Handfläche nach oben und rief: „Wer meine Hand erlangen will muss hineinspringen!“ Da ging erst mal ein Hüpfen und Hopsen los! Er hätte nicht bis drei zählen können – da saß schon ein kleiner Frosch in seiner offenen Hand. Jetzt nickte der Prinz der dicken alten Kröte zu und rief lachend: Mir scheint, ich habe eben eine Braut gefunden, Frau Kröte!“ Mit diesen Worten machte er sich auf den Rückweg. Wieder auf der grünen Wiese, setzte er die Schachtel ins Gras, verschloss die Falltür und nahm dann – vorsichtig - das kleine Fröschlein in die Hand. Es war sehr hübsch, mit goldenen Tupfen auf der Haut. Aber ängstlich schien es zu sein! Man sah deutlich, wie schnell ihm das Herz im Halse schlug. „Nur keine Angst, Fröschchen! Ich nehme dich als meine Braut mit ins Schloss zu meinem Vater! Und wenn die Brüder lachen , dann lach ich mit. Ich bringe dich heute noch in unseren Garten, zum Springbrunnen! Dort kannst du bleiben und wir werden die besten Freunde!“ Das Fröschlein sah ihn jetzt ganz zutraulich an, reckte sein Köpfchen hoch und quakte leise, als wolle es ihm etwas sagen. Der Prinz hob die Hand mit dem Frosch zu seinem Ohr hoch. Und er gab der kleinen grünen Wasserjungfer einen Kuss. Freilich schloss er dabei lieber die Augen und machte sie erst nach einem Weilchen wieder auf. Jetzt nahmen sie einander fröhlich bei den Händen, und gingen - hinter der Kutsche her – zum Schloss hinüber. Nein! Natürlich viele Kinder ! Na – und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie heute noch ... E N D E |
Worterklärungen:
| Purpurmantel | dunkelroter Königsmantel |
| stattlich | groß und kräftig |
| gescheit | klug |
| tollpatschig | ungeschickt |
| gestiefelt und gespornt | Redensart: Stiefel und Sporen tragen, Sporen = Eisen am Stiefel |
| Ross | Pferd |
| Wams und Samtbarett | Prinzenkleidung, Wams = Weste, Samt = seidige, glänzende Stoffart, Barett = Mütze mit Feder |
| auf Schusters Rappen | Redensart: Der Schuster macht Schuhe - man geht also zu Fuß |
| Ausschau halten | sich umsehen, umschauen |
| trudeln | etwas segelt durch die Luft, dreht sich dabei und fällt langsam herunter |
| betrübt | traurig |
| Falltür | Tür, auf der Erde liegend, mit einem Metallgriff aufwärts zu öffnen |
| zaudern | zögern, abwarten |
| beherzt | mutig, keine Furcht im Herzen haben |
| seltsam | ungewöhnlich, zum Staunen |
| Jungfer, Jungfern | unverheiratete junge Frauen |
| pochen | klopfen, schlagen (Herzschlag) |
| Was ist dein Begehr? | Redensart: Was möchtest Du? |
| zum Vorschein kommen | etwas, das man vorher nicht sah, wird sichtbar |
| er wird Augen machen | Redensart: Er wird staunen, er wird erstaunt die Augen aufreißen |
| Fransen | am Teppichrand befinden sich angeknotete Fäden, die Fransen |
| Vorleger, grob gewebt | Teppich, aus einfachem dicken Garn gewebt |
| Hab und Gut verprassen | das, was man besitzt, ohne Nachdenken in kurzer Zeit ausgeben und verschwenden |
| dulden | ertragen, erlauben, hinnehmen |
| eilends, im Handumdrehen | schnell, rasch |
| nun und nimmermehr | Redensart: jetzt und niemals mehr |
| bedrängen | zu nahe kommen, überreden, jemandem zusetzen, zu dicht, zu nah an den anderen kommen |
| freien | ein Mädchen fragen, ob es seine Braut werden will |
| verdutzt | erstaunt, überrascht sein |
| Geheiß | Befehl, Anordnung |
| Kutschenschlag | die Tür der Kutsche |
| flugs | schnell, wie im Flug |
| scheu | ängstlich, vorsichtig |