aktuelle Veranstaltungen Projekte CD-Produktion  21. Berliner Märchentage
Tadshikische Teestube für Schulen 

und Kindergärten



"Vom Rio Grande bis Feuerland"


Museum Alexandrowka
aktuelle Workshops      

Katja Popow     

Nina M. Korn Ilse Korn  interessante
 Links 
Kontakt
oder wo? NEU !

Lese-Empfehlungen

Das Märchen des Monats Presse

Ilse Korn in den Jahren des Wiederaufbaus

 

 

Bereits im Juni 1945 wurde
Ilse Korn von der SMA
(Sowjetische Militär-Administration) als Leiterin der Dresdener Landesbibliothek eingesetzt und schon wenige Monate später zur Leiterin des Bibliothekswesens im Land Sachsen ernannt. Dieser Aufgabe widmete sie sich mit ganzem
Einsatz.

 

1951 wurde sie nach Berlin ins Volksbildungsministerium der DDR berufen. Nach sowjetischen Vorbild sollten im ganzen Land Bibliotheken eigens für Kinder gegründet werden. Sie übernahm die Leitung einer damit beauftragten Sonderkommission. Anlässlich der Eröffnung der ersten Kinderbibliothek ihrer Heimatstadt Dresden schrieb sie 1952 in einem Zeitungsartikel : 

Da stehen wir also in wunderbar großen Räumen, mit hellen, neuen Möbeln, doch leider auch vor fast leeren Regalen. Es ist dringend nötig, und zwar umgehend (!) für die jetzt Heranwachsenden Bücher zu schreiben, mit hellem, neuem Gedankengut.

 

 Dieser Forderung kam sie bald selbst nach. Der neugegründete Kinderbuchverlag Berlin brachte ihre “Märchen für die Jüngsten” und den Kinderroman “ Mit Bärbel fing es an” heraus. Weil Bücherschreiben neben dem kraft- und zeitraubenden Beruf ein Ding der Unmöglichkeit war, beendete sie 1952 ihre Arbeit und wurde freiberufliche Schriftstellerin. Im Laufe der nächsten Jahre entstanden folgende Titel:

 

Mit Bärbel fing es an 

Der Falke unter dem Hut Meister Hans Röckle und Mister Flammfuß Mohr
und die Raben von London
Übers Eis des Ladoga Königin im Leinenkleid

 

Mohr und die Raben von London” entstand in gemeinsamer Arbeit mit ihrem Mann Vilmos Korn. 
Falls Sie das eine oder andere Buch lesen wollen, haben Sie wahrscheinlich unter 
www.zvab.com die besten Chancen, eins zu finden.

 

Seit 1951 lebte Ilse Korn mit ihrer Familie in Kleinmachnow bei Potsdam und 
trat im Laufe der kommenden Jahre immer häufiger auch als Märchenerzählerin in Erscheinung. 
Das hatte sich anfangs eher zufällig ergeben, denn bei den zahlreichen Eröffnungsveranstaltungen
der Kinderbibliotheken setzte sie sich oft - in Ermangelung von Büchern, aus denen man hätte
vorlesen können - vor die Kinder und
erzählte Märchen, meist ganz unbekannte, aus fernen Ländern.

 

Sie erzählte alles aus dem Gedächtnis, voller Temperament und Humor, mit einem schier unerschöpflichen Wortschatz.

Die Zuhörer - Kinder wie Erwachsene - waren von ihrer Erzählkunst so begeistert, dass sie immer häufiger eingeladen wurde ,als Märchenerzählerin aufzutreten.

 

Zu Ilse Korns  “Märchenstunden im Haus der Kultur der Sowjetunion” in Berlin (heute Palais am Festungsgraben ) kamen manchmal bis zu 100 Kinder mit ihren Lehrern oder Eltern. 

In der DDR war 
Ilse Korn die erste Märchenerzählerin, weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt und blieb es bis zu ihrem - viel zu frühen - Tod im Juni 1975

 

Ilse Korn im Kostüm des orientalischen Märchenerzählers  und die 20jährige Nina Madlen Korn als "Märchen" in einem Theaterstück auf der Bühne im Haus der Deutsch-sowjetischen Freundschaft 1958 

(heute Palais am Festungsgraben)