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ILSE KORN
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Ilse Korn wurde am 23. April 1907 in Dresden als Tochter des Steuerberaters Willy Truöl und seiner Ehefrau Margarethe geboren. Sie hatte Glück, denn der Vater sparte für eine berufliche Ausbildung seiner drei Töchter. Zu jener Zeit war das die Ausnahme! Ilse durfte ihren ersehnten Traumberuf wählen: und studierte daher in Leipzig Bibliothekswissenschaft. Die Landesbibliothek in Dresden war ihr 1. Arbeitsplatz bis 1943. |
Ilse Korn, (Spitzname "Böse Bilse") - rechts mit Brille - im Kreis ihrer Familie |
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Landesbibliothek Dresden
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Landesbibliothek Dresden
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Blick in den Museumssaal
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Ilse stand - in fassungslosem Entsetzen - am 10. Mai 1933 auf dem
Dresdener Schlossplatz und musste der Bücherverbrennung zusehen. Seit diesem Tag wuchs ihr Hass auf die Nazis und ihr Entschluss,
den braunen Terror nicht einfach hinzunehmen.
Sie wollte sich
engagieren, sie wusste aber noch nicht, was sie tun
könnte.
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| 1935 lernte sie auf einer geheimen Zusammenkunft von Nazigegnern Vilmos Korn kennen. Journalist, Schriftsteller, Mitglied der verbotenen und verfolgten KPD, deshalb illegal und ständig auf der Flucht. Sie war fest entschlossen, ihn wiederzusehen. So vertraute er ihr seine momentane Adresse an. Bald waren sie einander nicht nur durch ihre gemeinsamen Ansichten verbunden. | Ilse Korn war sich - Anfang 1938 - darüber im Klaren, dass sie ihre Schwangerschaft vor jedermann geheim halten musste. Sie durfte über den Vater des Kindes nichts sagen. Vilmos Korn lebte zu dieser Zeit schon in der Illegalität, denn Kommunisten wurden überall in Deutschland gejagt und entweder in die Gefängnisse oder Konzentrationslager verbracht, schlimmstenfalls gleich getötet. So fuhr sie im April zu einer viele Wochen währenden Asthma-Kur ins Allgäu. Dort kam im Juni ihr Kind zur Welt. |
Sie fand freundliche Pflegeeltern im kleinen im Dorf Hinterstein i. Allgäu
für ihre Tochter Nina Madlen und musste -
wenn auch schweren Herzens - zurück
nach Dresden. Erst drei Jahre später konnte sie es
wagen, ihre Tochter,
die sie inzwischen nur während ihrer Urlaubstage hatte
sehen können, nach Dresden zu holen.
Doch dann wurde sie im Sommer 1943 von der Gestapo verhaftet, einige Wochen nachdem
Vilmos Korn -
durch Denunziation angezeigt - ebenfalls
inhaftiert worden war.
Ilse entkam in der Nacht des 13. Februar 1945 aus dem Frauengefängnis
während des anglo- amerikanischen Bombenangriffs
auf Dresden. Ohne Papiere
und Lebensmittelkarten gelang es ihr - mit der mutigen Unterstützung ihrer
beiden Schwestern
- sich bis zum Kriegsende im
Erzgebirge zu verstecken. Sie erlebte dort den 8. Mai 1945 ,
auch als ihren ganz persönlichen
Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus.
An diesem ersten Tag des Friedens
konnte sie ihr Kind wieder in die Arme schließen. Einige Wochen später,
wieder in ihrer Wohnung in Dresden, waren sie
schließlich zu dritt und konnten endlich wie eine Familie leben.
